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Branche

Flüchtlinge Berlin 2026: 38.000 Plätze, 2,23 Mrd € Budget

Veröffentlicht am 17. März 20267 Min. LesezeitHOMES Team

Die Geflüchtetenunterbringung in Berlin bezeichnet das Landessystem aus Ankunftszentrum, Gemeinschaftsunterkünften und vertraglich gebundenen Betreibern, gesteuert vom Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten und Unterbringung. Die Eckwerte: rund 38.000 Menschen in Unterkünften des Landesamts (Januar 2026), Flucht- und Integrationsausgaben des Landes von 2,235 Milliarden Euro im Jahr 2025 (Näherungswert laut Senat) und ein geplanter Netto-Zuwachs von lediglich 346 regulären Plätzen im Jahr 2026. Trotz rückläufiger Zugangszahlen (2025: 14.917 Neuaufnahmen, rund 30 Prozent weniger als 2024) bleibt die Auslastung der Unterkünfte hoch. Der Kapazitätsdruck entsteht damit weniger durch Neuzugänge als durch lange Verfahrensdauern.

113.236 Erstanträge: Bundesweite Asylzahlen 2025

Bevor wir auf Berlin blicken, lohnt ein Blick auf die Gesamtlage. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat die Asylzahlen für das Gesamtjahr 2025 veröffentlicht: 113.236 Erstanträge wurden gestellt — ein Rückgang gegenüber den Vorjahren, aber weiterhin auf einem historisch hohen Niveau.

Die Top-Herkunftsländer bleiben weitgehend konstant: Afghanistan, Syrien und die Türkei stellen die meisten Erstantragsteller. Zum Jahresende 2025 waren laut Destatis rund 3,2 Millionen Schutzsuchende im Ausländerzentralregister erfasst, darunter 1,164 Millionen ukrainische Staatsangehörige; 1,09 Millionen Schutzsuchende hatten vorübergehenden Schutz nach § 24 AufenthG.

Die Gesamtverfahrensdauer der Erst- und Folgeanträge lag 2025 bundesweit bei 12,2 Monaten (2024: 8,7 Monate). Das BAMF führt diesen Sprung auf einen statistischen Effekt des Rückstandsabbaus zurück; bei Verfahren mit Antragstellung in den vergangenen 12 Monaten betrug die Dauer 3,6 Monate. Einen belegten Zusammenhang mit der Auslastung der Berliner Unterkünfte weist die Quelle nicht aus.

Quelle: BAMF — Asylzahlen Dezember und Gesamtjahr 2025

Berlins Unterbringungssystem: 38.000 Personen, 2,23 Milliarden Euro

Berlin ist als Stadtstaat mit über 3,7 Millionen Einwohnern einer der größten kommunalen Akteure in der Unterbringung von Geflüchteten. Das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) verwaltet ein System, das aktuell rund 38.000 Personen beherbergt.

Die Zusammensetzung:

  • 33.000 Personen in regulären Gemeinschaftsunterkünften und Aufnahmeeinrichtungen
  • 5.000 Personen in nicht-regulärer Unterbringung: rund 3.300 in Hostels und Hotels, 1.347 in der Notunterkunft Tempelhof und 480 im Ankunftszentrum

Finanziell schlägt das System massiv zu Buche: Für Flucht und Integration hat Berlin im Haushaltsjahr 2025 nach Angaben des Senats 2,235 Milliarden Euro ausgegeben (Näherungswert, teilweise anteilig geschätzt). Darin enthalten sind AsylbLG-Leistungen einschließlich Gesundheitsversorgung (639 Mio. €), Kosten der Unterkunft nach SGB II für Geflüchtete einschließlich Ukraine (404 Mio. €), weitere Unterbringungsausgaben (636 Mio. €), Ausgaben für unbegleitete minderjährige Geflüchtete und Jugendhilfe (279 Mio. €) sowie Integration und Weiteres (277 Mio. €, u. a. Beschulung, Kita, Eingliederungshilfe) — Antwort des Senats, Drs. 19/25112.

Trotz der enormen Ausgaben kamen 2025 noch 15.000 Neuankömmlinge nach Berlin — rund 30 Prozent weniger als im Vorjahr, aber immer noch genug, um das System dauerhaft an seiner Kapazitätsgrenze zu halten.

Quelle: Berliner Zeitung — Berlin gab 2025 über 2,2 Milliarden für Unterbringung aus

Trotz sinkender Zahlen: Warum die Unterkünfte voll bleiben

Ein Paradox prägt Berlins Unterbringungssituation: Die Zahl der Neuankömmlinge sinkt, aber die Unterkünfte bleiben voll. Der Grund liegt in drei zusammenwirkenden Faktoren:

1. Minimaler Netto-Kapazitätszuwachs: Im Jahr 2026 kommen zwar 1.166 neue Plätze hinzu, gleichzeitig werden jedoch 820 Plätze an anderen Standorten geschlossen. Der Netto-Zuwachs beträgt lediglich 346 Plätze — bei 38.000 untergebrachten Personen eine marginale Erweiterung.

2. Steigende Verbleibdauer: Menschen bleiben immer länger in Unterkünften. Die durchschnittliche Verbleibdauer steigt, weil die Übergänge in regulären Wohnraum stocken. Wer keinen Mietvertrag bekommt, bleibt in der Gemeinschaftsunterkunft — Monate, manchmal Jahre über den eigentlichen Bedarf hinaus.

3. Berlins Wohnungsmarkt: Mit einer Leerstandsquote von unter 1 Prozent gehört Berlin zu den angespanntesten Wohnungsmärkten Europas. Für Geflüchtete, die häufig mit Sprachbarrieren, fehlenden Einkommensnachweisen und Diskriminierung konfrontiert sind, ist der Zugang zu regulärem Wohnraum faktisch versperrt. Die Konsequenz: Die Unterkünfte fungieren als dauerhafter Wohnraum — eine Funktion, für die sie weder konzipiert noch finanziert sind.

Quelle: Entwicklungsstadt Berlin — Weniger Geflüchtete, volle Unterkünfte

Neue Standorte und Projekte 2026

Berlin reagiert auf den Kapazitätsdruck mit neuen Bauvorhaben und Standorterweiterungen:

  • Hasenheide: Ein neuer Standort mit 921 Plätzen, geplante Eröffnung ab Oktober 2026 (Pressemitteilung des Landesamts vom 19.01.2026). Die Unterkunft entsteht in einem umgebauten ehemaligen Bürogebäude (Antwort des Senats, Drs. 19/22941).
  • Tegel Terminal C: Das ehemalige Flughafengelände wird weiter ausgebaut. Die im Januar 2026 wieder eröffnete Notunterkunft sollte laut derselben Pressemitteilung von 500 auf 1.000 Plätze aufgestockt werden; laut Antwort des Senats vom 24.02.2026 wurden dort vorerst 500 Plätze geschaffen.
  • Pankow: Im Bezirk Pankow sind 1.400 Plätze in der Planung — eines der ambitioniertesten Einzelprojekte der kommenden Jahre. Die Umsetzung ist jedoch politisch umstritten und hängt von Baugenehmigungen ab.

Modularbauten spielen eine zentrale Rolle in Berlins Strategie. Sie lassen sich in wenigen Monaten errichten, sind vergleichsweise kostengünstig und können bei sinkendem Bedarf umgewidmet werden — etwa als Studierendenwohnheime oder sozialer Wohnraum. Die Erfahrung zeigt allerdings, dass die baurechtlichen Genehmigungsverfahren auch bei Modulbauten mehrere Monate dauern können.

Was das für Betreiber bedeutet: Effizienz statt Aufstockung

Bei 2,23 Milliarden Euro jährlichen Kosten wächst der politische Druck auf Effizienz. Der Berliner Senat will nicht nur mehr Plätze schaffen, sondern die bestehenden Kapazitäten besser nutzen. Das hat direkte Konsequenzen für Betreiber:

Regulatorischer Rahmen wird enger: Mit dem GStU-Umsetzungsgesetz (in Kraft seit 16. April 2026) ist das LFU auch für wohnungslose Personen zuständig, u. a. für Errichtung, Betrieb und Schließung von Gemeinschaftsunterkünften und die Beschaffung von Heim- und Wohnplätzen durch Verträge mit Dritten (§ 2 Nr. 1 Errichtungsgesetz). Betreibende vertragsgebundener Unterkünfte melden die Anwesenheiten der untergebrachten Personen digital über das Betreibendenportal des IT-Fachverfahrens GStU; die Belegungsmeldung bleibt Betreiberaufgabe. Wer noch mit manuellen Prozessen arbeitet, sollte die Umstellung auf digitale Meldewege jetzt planen.

Digitales Belegungsmanagement wird zum Hebel: Wenn Berlin den Netto-Kapazitätszuwachs nicht schnell genug steigern kann, muss die bestehende Kapazität optimaler genutzt werden. Echtzeit-Belegungsübersichten, automatische Zuweisungsvorschläge und schnelle Umzüge zwischen Standorten erfordern Software, die diese Prozesse unterstützt.

Kostendruck erzwingt Automatisierung: Bei 2,23 Mrd. EUR Gesamtkosten prüft der Senat jede Effizienzreserve. Betreiber, die nachweisen können, dass sie mit weniger Verwaltungsaufwand dieselbe Qualität liefern, haben einen Wettbewerbsvorteil bei Vertragsverlängerungen und Ausschreibungen.

Spezialisierte Software für Flüchtlingsunterkünfte adressiert genau diese Anforderungen: tagesgenaue Belegung, automatisierte Berichte, Multi-Standort-Management und Datenlieferung nach GStU-Anforderungen — Funktionen, die bei einer manuellen Verwaltung mit 38.000 Personen nicht mehr realistisch leistbar sind.

Häufig gestellte Fragen

Im Januar 2026 brachte das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF, seit 16.04.2026 LFU) rund 38.000 Menschen unter. Davon lebten etwa 33.000 in regulären landeseigenen Unterkünften, rund 5.000 in nicht-regulärer Unterbringung (Hostels/Hotels rund 3.300, Notunterkunft Tempelhof 1.347, Ankunftszentrum 480). Laut LFU-Infografik (Stand 09.08.2026, auf Basis der Belegungsmeldungen der Betreiber) waren 34.598 Plätze belegt.

Im Haushaltsjahr 2025 hat Berlin nach Angaben des Senats 2,235 Milliarden Euro für Flucht und Integration ausgegeben (Näherungswert, teilweise anteilig geschätzt; Antwort des Senats, Drs. 19/25112). Darin enthalten sind u. a. AsylbLG-Leistungen (639 Mio. €), Kosten der Unterkunft nach SGB II für Geflüchtete (404 Mio. €) und weitere Unterbringungsausgaben (636 Mio. €).

Drei Faktoren wirken zusammen: Der Netto-Kapazitätszuwachs 2026 beträgt nur 346 Plätze, die Verbleibdauer in Unterkünften steigt, und Berlins extrem angespannter Wohnungsmarkt (Leerstand unter 1 %) verhindert Übergänge in regulären Wohnraum. Die Unterkünfte fungieren daher zunehmend als dauerhafter Wohnraum.

Digitales Belegungsmanagement ist der zentrale Hebel: Echtzeit-Belegungsübersichten, automatisierte Berichte, Multi-Standort-Management und Datenlieferung nach GStU-Anforderungen ermöglichen es, bestehende Kapazitäten optimal zu nutzen und den Verwaltungsaufwand deutlich zu reduzieren. Spezialisierte Software wie HOMES adressiert genau diese Anforderungen.

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